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IT-Top-Themen 2017

Die Top-Technologien des Jahres

Die Liste der von den Teilnehmern zu bewertenden Technologien wurde in diesem Jahr kaum verändert, da sich 2016 nur wenige als dauerhafter Flop erwiesen oder einen so hohen Umsetzungsgrad erreichten, dass man sie als Alltagstechnologien bezeichnen kann. Aufgrund dieser Kontinuität sind die Veränderungen von Bedeutung und Nutzungsgrad im Vergleich zu 2016 in diesem Jahr besonders interessant.

4 der 5 ersten Plätze belegen Sicherheitsthemen, während sich 3 der 5 unbedeutendsten Themen um Interaktion drehen. Es geht bei letzteren aber wie so häufig um echte Zukunftstechnologien, die aufgrund technologischer oder regulatorischer Gegebenheiten noch nicht oder nur in geringem Maße eingesetzt werden können.

 

IT-Top Thema 1: Cloud-Security

Angesichts der stark gestiegenen Cloud-Nutzung ist auch die Bedeutung von Cloud-Sicherheit deutlich gestiegen. Auf der Skala von 1 (sehr wichtig) bis 5(völlig unwichtig) kletterte der Wert von knapp 2,6 im Vorjahr auf jetzt rund 2,2. Außerdem wirkt das EuGH-Urteil nach, das die Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten von EUBürgern in den USA verbot und damit viele Unternehmen veranlasste, den Speicherort ihrer Daten und ihre Sicherheitskonzepte zu überdenken.

Darüber hinaus wurde die neue EU-Datenschutzgrundverordnung verabschiedet, in deren Rahmen einige Sicherheitsstandards angehoben werden. Sie müssen bis Mai 2018 umgesetzt sein. In Bezug auf die eigene Cloud sollten Unternehmen prüfen, ob ihre Sicherheitsmaßnahmen der neuen Verordnung entsprechen. In jedem Fall werden sie eine Datenschutz- Folgenabschätzung erstellen müssen. Diese sowie die sich daran eventuell anschließende Konsultation der zuständigen Aufsichtsbehörde werden den administrativen Aufwand erhöhen.

Des Weiteren müssen sie das angemessene Schutzniveau nachweisen und dokumentieren sowie testen, wie personenbezogene Daten bei Verlust schnell wiederhergestellt werden können.

Bei der Nutzung von Anbieter-Services ergeben sich aus der EU-Datenschutzgrundverordnung ebenfalls einige Veränderungen. Beispielsweise müssen die Verträge überprüft und den vorgeschriebenen Kriterien angepasst werden. Mit Inkrafttreten der neuen Verordnung haften sowohl der Auftraggeber als auch der Auftragnehmer. Das gibt Auftraggebern grundsätzlich mehr Sicherheit, geht aber mit einer erheblichen Verschärfung der Sanktionen im Fall von Verstößen einher. Vorgesehen sind Strafzahlungen von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

 

IT-Top-Thema 2: Security Automation

Die Automatisierung von sicherheitsrelevanten Tätigkeiten wie beispielsweise dem Patchen von Systemen, dem Aufsetzen von Servern oder der Konfiguration von Firewalls hat noch die gleiche hohe Bedeutung wie vor 12 Monaten. Das lässt darauf schließen, dass der Automatisierungsgrad im Sicherheitsbereich seitdem nicht wesentlich gestiegen ist. Denn in der Regel sinkt die Bedeutung einer als wichtig empfundenen Technologie, wenn sie auf breiter Front eingesetzt wird. Davon ist Security- Automation mit einer Nutzungsquote von 12,2 Prozent noch weit entfernt.

Das wird sich voraussichtlich aber schnell ändern, denn 27,0 Prozent der Teilnehmer sind derzeit mit der Implementierung und 29,6 Prozent mit der Planung beschäftigt. Wenn sich all diese Unternehmen an ihre Pläne halten, wird Security-Automation in naher Zukunft einen Abdeckungsgrad von mehr als 60 Prozent erreichen. Das wird das Sicherheitsrisiko insgesamt senken, denn bis zu 95 Prozent aller sicherheitsrelevanten Störungen sind auf menschliche Fehler zurückzuführen. Allerdings explodiert im Rahmen der Digitalisierung auch die Anzahl von Apps und Anwendungen, so dass Automatisierung ohnehin zwingend erforderlich ist.

 

IT-Top Thema 3: BYOx-Security

Bis 2016 waren die mit der Nutzung privater Endgeräte am Arbeitsplatz verbundenen Sicherheitsrisiken kein besonders wichtiges Thema für CIOs. Dann gewann Bring-your-own-Device- Security (BYOx-Security) überraschend schnell und überraschend stark an Bedeutung. Viele Unternehmen verbieten inzwischen die Nutzung privater Geräte in der Firma, das Verbot wird aber immer wieder unterlaufen. Ein Grund sind die kurzen Innovationszyklen in der Mobilfunkindustrie, denn in den meisten Unternehmen werden mobile Endgeräte mehrere Jahre genutzt. Da gilt das Firmen-Smartphone in den Augen der Mitarbeiter schnell als veraltet und die Versuchung ist groß, das private Gerät zu nutzen. Ein anderer Grund für den Bedeutungsanstieg von BYOx- Security sind auch von der Fachabteilung auf eigene Faust angeschaffte Geräte, die nicht in das Sicherheitskonzept des Unternehmens integriert wurden.

Da offenbar weder Aufklärung noch Verbote funktionieren, werden sich Unternehmen dazu durchringen müssen, ihre mobilen Endgeräte häufiger zu erneuern oder neue Wege im Enterprise Mobility Management zu gehen und mehr Plattformen und Geräte zu unterstützen. Dass Wegschauen auf die Dauer keine Lösung ist, ist vielen CIOs ja bereits bewusst.

 

IT-Top-Thema 4: Privacy by Design

Obwohl bereits in den 90er Jahren entwickelt, wird Privacy by Design erst jetzt hochaktuell. Ein Grund ist beispielsweise auch die EU-Datenschutzgrundverordnung, die vorschreibt, dass Hard- und Software von vornherein so ausgelegt werden muss, dass die Erhebung personenbezogener oder anderer Daten vom Anwender gesteuert werden kann. Privacy by Design beinhaltet auch, möglichst wenige persönliche Informationen zu erfassen, um sie nicht im Nachhinein durch zusätzliche Maßnahmen schützen zu müssen.

Die Bedeutung von Privacy by Design ist im Vergleich zu 2016 allerdings leicht gesunken. Das kann auch am Umsetzungsgrad liegen, denn mehr als 47 Prozent stecken derzeit in der Umsetzung oder Planung von Maßnahmen und haben sich demnach schon ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. Eine kleinere Gruppe von 13,2 Prozent wendet das Prinzip bereits an.

 

IT-Top-Thema 5: Predictive Analytics

Die Vorhersage zukünftiger Entwicklungen anhand historischer Daten ist wie im letzten Jahr ein wichtiges Thema für CIOs, seine Bedeutung ist sogar noch einmal leicht gestiegen. Elemente wie maschinelles Lernen, Elemente der Spieltheorie, Simulationsverfahren oder Text-Analytics sollen dazu beitragen, Strukturen zu erkennen und auf dieser Basis Prozesse zu verbessern. Predictive Analytics werden mittlerweile in vielen Branchen mit großem Erfolg eingesetzt, beispielsweise in der Energiewirtschaft, um Lastprognosen zu erstellen, oder in der Wartung, um Geräteausfälle zu vermeiden. Angesichts der Digitalisierung und der zunehmenden Anzahl von Sensoren und Daten sind Predictive Analytics eine Methode, deren Nutzung in den kommenden Jahren stark ausgebaut werden wird. Denn derzeit nutzen sie zwar erst knapp 7 Prozent der Teilnehmer, aber mehr als 25 Prozent implementieren derzeit und 38 Prozent stecken in der Planung.

 

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